Ein emotionales Tagebuch in schweren Zeiten

Trauerbild von Ute

Was tun, wenn die Seele belastet ist?

Oft glauben wir, dass wir viel zu traurig, antriebs- und lustlos sind, um kreativ zu sein, wenn wir schwere Zeiten durchmachen. Den Gedanken kenne ich nur zu gut. Doch ist es auch so, dass wir kaum wissen, wohin mit unseren Gefühlen. Ständig wechseln sie. Wir verstehen uns selbst nicht mehr und unser Umfeld hat öfter Fragezeichen im Kopf, wenn wir versuchen zu erklären, was gerade mit uns los ist und was wir brauchen.

Unmittelbar und unkompliziert

Um uns zu entlasten, möchten wir aber nicht erst irgendwelche Techniken lernen und Kurse machen – es soll schnell und einfach sein und bitte auf keinen Fall Talent erfordern.

Gerne weise ich immer wieder darauf hin, ein Tagebuch zu führen – ganz besonders während einer Krise. Aber auch hier ist es schwierig, immer das auszudrücken, was gerade Phase ist. Daher finde ich ein emotionales Tagebuch sehr unterstützend. Optimal ist natürlich eine Kombination. Auf der einen Seite wird geschrieben und auf der anderen gemalt. Tatsächlich gibt es solche Bücher, die dazu sehr geeignet sind: Beispielsweise das Sketch Diary von Hahnemühle. Erhältlich in A 4 und A5. Klick!

Kreative Seelenarbeit durch emotionale Bilder und Texte

Emotionale Bilder sind nicht notwendigerweise Gegenständlich und auch nicht unbedingt in harmonischen Farbkombinationen gehalten. Hier geht es eher darum, sich möglichst täglich, die Gelegenheit zu verschaffen, der belasteten Seele Entlastung zu ermöglichen und gleichzeitig auch mit den eigenen Händen die Situation etwas besser zu begreifen. Auch die Farben, selbst wenn sie vielleicht eher dunkler sind, haben eine positive Wirkung auf unser Innenleben, wie beispielsweise das Bild weiter unten schön zeigt.

Nicht vom Format einschränken lassen

Denn es können auch größere Bilder sein, wie die beiden Bilder von Ute, die sie mir liebenswürdigerweise überlassen hat. Liebe Ute, ganz lieben Dank, ich finde deine Bilder ganz wunderbar und freue mich, dass ich sie hier zeigen darf. Vielleicht trauen sich dadurch auch andere, zu malen und ihre Bilder zu zeigen.

Sobald dir nach einem größeren Format ist, das nicht in dein emotionales Tagebuch passt, machst du einfach ein Foto davon und druckst es in der richtigen Größe aus oder lässt es für ein paar Cent im Drogeriemarkt entwickeln und klebst es in deine Aufzeichnungen. Im Text könntest du schreiben, wie du dich generell fühlst aber auch formulieren, was du beim Malen deines Bildes empfunden hast. Alles so bei- und nebeneinander zu haben, kann auch dazu beitragen, dass sich so nach und nach deine innere Ordnung wieder einkehren kann.

Wann wird ein emotionales Tagebuch verwendet?

Eigentlich ist es eine gute Idee, auch außerhalb einer Krise, täglich die Möglichkeit zu haben, Geist und Seele auf diese Weise zu entlasten. Doch wenn es uns gut geht, steht so ein Bedürfnis nicht so sehr im Vordergrund. Es kann hilfreich sein, den Beschwernissen einen Ort zuzuweisen. Sobald du merkst, dein Seelendruck ist hoch, suche nach der nächsten Gelegenheit, dieses Ritual der regelmässigen seelischen Entladung in dein Leben zu integrieren.

Wie kannst du vorgehen?

Ich liebe Projekte und zum Projekt „Emotionales Tagebuch“ würde ich mich erst einmal zu diesem Thema online oder durch Bücher inspirieren lassen. Hierbei kannst du ein Gefühl dafür entwickeln, welche Art des Malens und welche Materialien dir liegen und was dir Spaß machen könnte. Danach würde ich mich auf Forschungsreise durch meinen Haushalt begeben und ganz besonders meine wilden Kreativ-Ecken daraufhin untersuchen, was ich schon zu Hause vorrätig habe. Was fehlt, bestelle ich oder kaufe es im Künstlerbedarf. Dann würde ich einen Platz für diese Tätigkeit einrichten. Hier ist alles griffbereit: Das Tagebuch, ein Stift, mit dem ich besonders gerne schreibe und die Malsachen. Um zu beginnen, suche ich mir für das erste Mal ein Zeitfenster aus, das ca. zwei Stunden groß ist. Später wird wahrscheinlich weniger Zeit benötigt.

Hindernisse überwinden

Kaum sind wertige Materialien angeschafft, glauben wir oft, dass die Sachen doch zu schade sind, um sie voll zu schreiben und auf ihnen zu kritzeln. Also, fang auf einer Kladde an und wenn du merkst, das ist schon ganz ok, was du da machst, weil du mit der Zeit lernst, dass es nicht um Schönheit sondern um seelische Entlastung geht, überträgst du Texte und Bilder oder klebst sie einfach ein. Im nächsten Schritt traust du dich dann ohne Absicherung direkt an das „gute“ Papier mit den „teuren“ Stiften ran.

Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben

Ich halte es in schweren Zeiten für elementar, dass du versuchst, dir klar zu machen, dass du wichtig bist. Du bist sozusagen der wichtigste Mensch in deinem Leben. Gerade Frauen, vor allem Mütter vergessen das nur all zu leicht. Natürlich sollst du deinen Alltag und auch die Schwierigkeiten meistern, doch dieses kleine Zeitfenster, dass, sobald du etwas Übung hast, womöglich nur 30 Minuten am Tag kostet, bist du in diesem Zeitraum tatsächlich die wichtigste Person und das tust du, damit du für all die anderen Menschen, die auf dich zählen, in der übrigen Zeit, gut zur Verfügung stehen kannst.

Wie kannst du eine unterstützende Atmosphäre schaffen?

Um auch deinem Unterbewusstsein zu vermitteln, dass du und deine psychische Stabilität bedeutsam sind, kannst du dir unterstützende Musik aussuchen. Wenn dir dazu nichts einfällt, kannst du auf YouTube nach Meditations-, Seelen- oder Engelsmusik suchen. Sieh zu, dass du etwas im Magen hast, damit er dich nicht von deiner eigentlichen Mission abhält. Ein heißer Tee, ein frischer Saft und ein schöner Raumduft, diese vermeintlichen Kleinigkeiten werden zu leicht in ihrer unterstützenden Wirkung unterschätz. Also, lass möglichst nichts aus und wenn du eventuell noch frische Blumen an deinem Platz zu stehen hast, um so besser!

Trauerbild von Ute

Neurographik ist hilfreich für die Seele

Im Juli habe ich bereits einen Blogpost über die Technik „Neurographik“ veröffentlicht. Klick! Auch Neurographiken können einen Teil des emotionalen Tagebuchs einnehmen. Denn sie unterstützen unser Gehirn dabei, bestimmte aufgeheizte Themen auf ganz andere Weise, als wir es gewohnt sind, zu harmonisieren. Wir können so zu anderen Schlüssen kommen. Ereignisse, die Wellen in uns schlagen, beruhigen sich durch Neurographik und so hat auch unsere Gefühlswelt erweiterte Möglichkeiten mit schwierigen Situationen differenzierter umzugehen.

Ich finde, ab hier steht deinem emotionalen Tagebuch nichts mehr im Weg. Leg los!

Mehr über mich und meine Angebote

Mehr über mich und meine Angebote zum Thema Krisen- und Trauerbegleitung und meine Bücher findest du unter trauerbegleiter.org. Dazu gehören auch EinzelcoachingsOnline-Seminare und Seminar-Reisen. Für mein kostenfreies Newsletter-Magazin kannst du dich hier registrieren. Wenn du dich in einer schwierigen Lebenssituaion befindest, können dir manchmal ein paar Impulse auf deinem Weg in ruhigere Gefilde weiter helfen, den nächsten Schritt zu machen. Viele Hinweise findest du auf meiner Homepage unter „Impulse auf dem Weg“. Dann gibt es da noch den Podcast „Lebendig-Irgendwas geht immer“. Dort unterhalte ich mich mit Menschen, die im Bereich Krisen- und Trauer arbeiten oder selbst große Krisen und Verluste gemeistert haben. Und wenn du dich noch mehr zum Thema Krisen und Trauer informieren darüber möchtest, kannst du mal das Trauer-Radio einschalten. 

Hier kannst du die PDF für die Traumreise „Ich bin glücklich“ herunterladen, die du dir hierdirekt anhören kannst. Verschiedene Traumreisen gibt es in meinen Büchern und Seminaren.

One comment

  1. Liebe Eva, die Idee mit dem emotionalen Tagebuch finde ich genial. Ich habe auf Deine Antegung hin mit Zentangle und Neurographik angefangen. Habe aber die Bilder lose herumliegen. Mit Tagebuchschreiben habe ich angefangen, aber es fällt mir immer schwer. Die Kombination von Malen und Schreiben gefällt mir. Dann habe ich die Bilder an einem Ort und ich kann noch etwas dazuschreiben. Ich freue mich immer auf Deine täglichen Impulse. Liebe Grüße Brigitte

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