5 Impulse für Trauernde – Frühling der Sinne: Ostersonntag – Bewegung: Ostersonntag gehört zu den Tagen des Jahres, an denen Menschen seit Jahrhunderten nach draußen gehen. In der christlichen Tradition wird er mit der Auferstehung Jesu verknüpft – dem Übergang von Dunkelheit in Licht, von Stillstand in Bewegung, vom Still‑Stehen ins neue Leben. Diese Botschaft von Aufbruch und Hoffnung hat sich tief in den kulturellen Raum eingeprägt.
Gleichzeitig liegen viele der Bräuche, die wir heute mit Ostern verbinden, älteren, naturbezogenen Traditionen nahe. Im keltischen und vorchristlichen Brauchtum war der Frühlingsanfang ein Fest des Erwachens: die Zeit, in der die Erde wieder lebendig wurde, die Tage länger wurden und Menschen hinaus ins Freie gingen, um den Wechsel der Jahreszeiten bewusst zu spüren. Das gemeinsame Spazieren, das Laufen in der Natur, war eine Form, Lebendigkeit und Verbindung zur Welt um sich herum zu erleben.
So ist der Ostersonntag nicht nur ein einzelnes religiöses Fest, sondern ein archaisches Symbol für Aufbruch und Erneuerung, das weit über Glaubensgrenzen hinaus berührt: ein Tag, an dem das Leben sichtbar wiederkehrt, an dem Bewegung auffordert und Licht neue Wege zeigt.
Auch andere Traditionen rund um Ostern spiegeln diese Jahrtausende alte Botschaft von Leben, Erneuerung und Wachstum wider. Schon lange bevor Ostern im christlichen Sinne gefeiert wurde, galten Eier als kraftvolles Symbol für Fruchtbarkeit, neues Leben und die Wiederkehr der Natur im Frühling – in vielen Kulturen wurden sie bemalt, verschenkt oder als Zeichen der Erneuerung verehrt. Dieses alte Symbol wurde später in die christliche Ostertradition integriert und steht bis heute für Lebendigkeit, Neubeginn und das Erwachen der Welt um uns herum – für alle, ganz gleich, welche Glaubensvorstellungen oder kulturellen Hintergründe sie haben.
In der 3sat-Mediathek findest du den Beitrag: „Ostereier – Fantastisch, bunt und voller Magie“: Klick! Interessant im Film fand ich die Erklärung wie es womöglich dazu kam, Eier zu färben. Ich möchte jetzt aber nicht zu viel verraten.
Heute bist du eingeladen, diesen Impuls in deinem eigenen Tempo anzunehmen – auch wenn dein Weg gerade schwer ist, auch wenn du den Menschen, den du verloren hast, an deiner Seite vermisst. Gerade in solchen Zeiten kann es heilsam sein, die symbolische Energie dieses Tages als Einladung zu sehen: hinauszugehen, bewusst in Bewegung zu kommen, die Welt mit deinen Sinnen wahrzunehmen und dich selbst wieder ein bisschen mehr im Leben zu spüren.
Ein Spaziergang am Ostersonntag muss nichts Großes sein. Er kann ein Schritt vor die Tür sein, ein Wagnis der Wahrnehmung, ein achtsames Gehen im eigenen Tempo. Und wenn du auf diesem Weg kleine Zeichen von Licht, Farbe, Luft oder Erde wahrnimmst, dann ist das nicht nur ein äußeres Erlebnis – es ist ein innerer Hinweis darauf, dass Bewegung möglich ist, dass es eine Zeit geben wird, in der du dich wieder freier fühlen kannst und neue Begegnung, auch in dir, Raum finden wird.
„Manchmal genügt ein Schritt ins Freie,
um die Welt und sich selbst wieder zu spüren.“
VerfasserIn unbekannt
Atemübung
Gehe hinaus auf eine Wiese, in einen Park oder einfach an die frische Luft. Gehe langsam und achtsam ein paar Schritte.
- Atme tief ein, spüre die Bewegung deiner Beine und Füße.
- Lehne dich an einen Baum
- Atme ein und spüre den Boden unter den Füßen
- Atme aus, lass los, was dich belastet.
- Mit jedem Atemzug nimm bewusst die Umgebung wahr: Licht, Luft, Geräusche, den Duft des Frühlings.
- Währenddessen kannst du dir vorstellen, wie kleine Wurzeln aus deinen Füßen wachsen und so wieder für mehr Halt in deinem Leben sorgen.
- Wiederhole dies für fünf Minuten oder solange es angenehm ist.
Ziel: Den Körper spüren, die Trauer sanft begleiten, aber gleichzeitig die Lebendigkeit des Frühlings aufnehmen.
Kreativer Impuls
Silhouetten malen: Male oder skizziere die Bewegung von Menschen beim Spaziergang. Es geht nicht um Details, sondern um die Dynamik: wie sich Körper bewegen, wie Kinder nach Eiern suchen, wie Arme, Beine und Körbchen sich bewegen. Den Vorschlag umzusetzen, wenn du nicht geübt im Zeichnen bist, ist viel verlangt. Aber ich habe hier ein sehr kurzes Video eines Schweizers gefunden, der die ganz einfach zeigt, wie du in ein Strichmännchen Bewegung bringen kannst. Wenn du siehst, wie leicht das sein kann, bekommst du vielleicht Lust auf mehr: Klick!
Alternativ: Mach ein kleines Foto- oder Skizzenjournal von deinem Spaziergang. Fokussiere auf Licht und Schatten, Wege, Farben des Frühlings.
Optional: Zeichne kleine Eier in den Wiesen, symbolisch, als Zeichen von Aufbruch und Neuanfang. Die Eier können als Pastellpunkte oder einfache Formen auftauchen – keltische Fruchtbarkeitssymbole könntest du auch zeichnen. Auf der Suche nach Links im Internet zu hilfreichen Seiten mit keltischen Symbolen, war es schwer, mich für eine zu entscheiden. Aber schau selbst: Klick!
Kleiner Schreibimpuls für dein Tagebuch
Welche Bewegungen habe ich heute bewusst gespürt? Wie habe ich die frische Luft, das Licht und die Umgebung erlebt? Welche kleinen Lebenszeichen habe ich wahrgenommen – Blumen, Lichtdurchbrüche, Vogelstimmen, spielende Kinder? Wie fühle ich mich, wenn ich die Aufbruchenergie des Frühlings mit meiner eigenen Trauer verbinde? Gibt es einen Moment, in dem ich mir erlauben kann, etwas leichter zu werden, selbst wenn Trauer noch da ist?
Hier geht es zum Einführungs-Beitrag für den Frühling der Sinne – 5 Impulse für Trauernde, denn dort, ganz unten im Beitrag, findest du 9 Bildvorschläge zum Download für dein Tagebuch. Du könntest ein Schulheft oder ein Journal benutzen, dort die Bilder aus meinen Vorschlägen oder Bilder, die dir passend erscheinen, auf der linken Seite einkleben und auf der rechten Seite schreiben: Klick! Du kannst natürlich auch etwas selbst malen.
Mehr über mich und meine Angebote
Mehr über mich und meine Angebote zum Thema Krisen- und Trauerbegleitung und meine Bücher findest du unter trauerbegleiter.org. Dazu gehören auch Einzelcoachings, Online-Seminare und Seminar-Reisen. Für mein kostenfreies Newsletter-Magazin kannst du dich hier registrieren. Wenn du dich in einer schwierigen Lebenssituaion befindest, können dir manchmal ein paar Impulse auf deinem Weg in ruhigere Gefilde weiter helfen, den nächsten Schritt zu machen. Viele Hinweise findest du auf meiner Homepage unter „Impulse auf dem Weg“. Dann gibt es da noch den Podcast „Lebendig-Irgendwas geht immer“. Dort unterhalte ich mich mit Menschen, die im Bereich Krisen- und Trauer arbeiten oder selbst große Krisen und Verluste gemeistert haben. Und wenn du dich noch mehr zum Thema Krisen und Trauer informieren darüber möchtest, kannst du mal das Trauer-Radio einschalten. Neu hinzu gekommen sind die kostenfreien Gruppen bei WhatsApp, Telegram und Signal weiter unten. Hier gibt es Links zu Themen, die es nicht in meinen Newsletter oder auf meinen Blog geschafft haben, bzw. Nachrichten, wenn ich wieder etwas poste.
Hier kannst du die PDF für die Traumreise „Ich bin glücklich“ herunterladen, die du dir hier direkt anhören kannst. Verschiedene Traumreisen gibt es in meinen Büchern und Seminaren.
