Art Journal Adventskalender
Art Journal Adventskalender 5. Dezember 2024 – Entdecke! Das war die Vorgabe für heute. Die täglichen Vorgaben im Advent habe ich aus dem Art Journal Club. Wie? Was? Wo? Darüber kannst du hier mehr lesen: Klick!
Entdecke!
Alexander von Humboldt
Da fällt mir direkt Alexander von Humboldt ein. Er ist 1769 in Berlin geboren und 1859 auch dort gestorben. Unfassbar, was dieser Mann in den knapp 90 Jahren, alles erlebt und ausprobiert hat. Ein Rätsel, wie er so alt werden konnte, obwohl er weit gereist war und das in unvorstellbar unwegsamen und unbekannten Welten. Was für ein Entdeckergeist muss bei ihm dahinter gesteckt haben, dass er all dieses Risiken, Anstrengungen und Kosten auf sich genommen hat, denn diese Reisen benötigten akribische Vorbereitungen, weil sie ins Unbekannte hinein geplant wurden und eine lange Nacharbeit, denn all die Funde, die er gemacht hatte – vor allem botanische – mussten kathalogisiert und eingeordnet werden.
Maria Sibylla Merian
Was aber die Wenigsten wissen: Ca. einhundert Jahre zuvor hatte sich bereits eine wagemutige Entdeckerin auf den Weg gemacht. Sie war es, die als erster Mensch den Zusammenhang zwischen Eiern, Raupen, Puppen und Schmetterlingen schon als Kind begriff. Sie fiel bereits als kleines Mädchen dadurch unangenehm auf, dass sie im Schlamm wühlte um nach merkwürdigem Getier zu suchen und um es zu untersuchen. So hielt sie auch eine Schmetterlingszucht im Dachboden ihres Elternhauses: Maria Sibylla Merian. Sie ist 1647 in Frankfurt geboren und die Tochter des Begründers des Merian-Verlags. Er verstarb früh, doch hatte sie sein künstlerisches Talent geerbt. Heute würde man dazu hochbegabt sagen. Aber damals hatten Mädchen und Frauen wenig Chancen, gefördert zu werden. Ihre Mutter stand ihr ebenfalls mit ihren konservativen Vorstellung sehr im Weg, konnte ihre Entwicklung aber nicht verhindern. Es lohnt sich Biographien über diese Frau lesen und ihre Bilder, Stickereien und Aufzeichnungen über Pflanzen und Insekten zu bewundern. Ihre Liebe zu Schmetterlingen hatte sie von Amsterdam aus, bis nach Suriname in den Dschungel dort gebracht. Sie gilt als Pionierin der Insektenforschung und das, obwohl zu ihrer Zeit Insekten als Getier aus Teufelsschlamm galten und ihre frühen Forschungen ihr die Gefahr der Hexenverfolgung einbrachten und sie in die Niederlande flüchten musste.
Meine Entdeckung
Meine Entdeckung dieses Jahr ist, dass man Aquarellfarbe selbst machen kann. Acrylfarbe habe ich schon in meinen 20er Jahren selbst gemacht: Pigmente und Acrylbinder – ganz einfach.

Aquarellfarbe zu machen, ist etwas aufwändiger, denn ich hatte beschlossen, die Trägerflüssigkeit aus Gummi Arabicum ebenfalls selbst zu machen. Anfangs – man sieht es im Bild – habe ich das Aquarellmalmittel bei Kremer gekauft. Das war mir dann aber für die Menge, die ich brauchte, auf Dauer zu teuer. Außerdem bereitet mir das Selbermachen große Freude. Und dann gilt es lange und gründlich, die Pigmente im Mörser mit der Lösung zum vermischen und zu verreiben.
Aquarellfarbe: Gekauft oder selbst gemacht?
Dabei habe ich festgestellt, dass ich richtig gute Aquarellfarbe herstellen kann. Das wollte ich nun aber überprüfen und vergleichen, denn die Verifizierung gehört ja nun zu Entdeckungen dazu.

Also habe ich mir Proben von sehr teurer selbst gemachter Aquarellfarbe bestellt. Die siehst du im Bild oben: die kleinen Punkte auf den Blättchen. Im gesamten Oberen Teil sind die gekauften Farben auch vermalt zu sehen, in den unteren beiden Reihen zum Vergleich meine eigenen. Ich bin ganz zufrieden damit und fühle mich bestärkt, noch mehr davon zukünftig zu wagen und neue Pigmente für andere Nuancen zu besorgen. So ist ein Ziel von mir, auch Aquarellfarbe aus Lapislazuli zu machen. Aber auch das scheint nicht ganz einfach zu sein. Das schreckt mich nicht wirklich ab, denn das Ganze hat etwas von Alchimie.
Smalte
So bin ich diesen Sommer auf das Pigment Smalte gestoßen. In einer Dokumentation über Caspar David Friedrich habe ich mitbekommen, dass er dieses Blau wohl damals unter Anderem verwendet hat. Also her mit dem Zeug und ebenfalls bei Kremer bestellt. Da geht es dann doch schon alchimistisch zur Sache, denn Smalte ist gemahlenes Kobaltglas.

Danach wollte ich mehr und habe auch die übrigen Pigmente von früher aus dem Keller geholt um sie in der Sommerhitze zu produzieren, was das Zeug hält. Denn es ist so, dass ich vor vielen Jahren damit angefangen habe, Aquarellfarben von Reisen mitzubringen. Den ersten Kasten habe ich ultragünstig in Petersburg in einem Kaufhaus erworben. Die Farben sind sehr intensiv – vermutlich weil dort die Bestimmungen, was man alles so an bedenklichen Stoffen verwenden darf, in Russland weniger streng sind als bei uns. So sind nach und nach immer mehr Aquarellkästen dazu gekommen, so dass die nächste folgerichtige Stufe nur sein konnte, die Farben nun auch selbst herzustellen. Und ja, es ist wie schon Goethe festgestellt hat, wie eine Farbtherapie für die Seele.
Blau
Wie du unschwer an meinen Art Journal Einträgen dieses Advents erkennen kannst, habe ich gerade eine blaue Phase und so habe ich heute noch einmal ganz eine meiner blauen Aquarellfarben, die ich im Sommer hergestellt habe, neu entdeckt und damit gespielt. Denn Smalte war mir dann doch zu bröselig und ist vielleicht doch mehr für Öl- oder Acrylfarbe geeignet.

Am Ende hat es dann der Entwurf in der Mitte links in den Adventskalender von heute geschafft.

Morgen, an Nikolaus geht es mit dem Thema „Sternstunde“ weiter und gestern ging es um „Furtchtlosigkeit“: Klick!
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