Wenn die Bestatterin selbst trauert – Die Serie „Totenfrau“: Heute Abend (1. Mai 2026) startet in der ARD die zweite Staffel der Erfolgsserie „Totenfrau“. Für viele ist es ein packender Thriller – für mich als Trauerbegleiterin ist es ein Anlass, einmal genauer hinzuschauen: Wie gehen wir eigentlich mit dem Tod um, wenn er uns dort trifft, wo wir uns am sichersten fühlen
In der Serie begleiten wir Blum (gespielt von Anna Maria Mühe). Sie ist Bestatterin. Der Tod ist ihr tägliches Geschäft, sie beherrscht das Handwerk des Abschieds perfekt. Doch dann stirbt ihr eigener Mann durch ein schreckliches Unglück – und plötzlich ist alles anders.
Der Tod als Profi vs. der Tod als Betroffene
Was mich an dieser Geschichte interessiert, ist der radikale Rollenwechsel. Blum weiß theoretisch alles über Trauerphasen und Beisetzungsrituale. Doch als der Schmerz sie selbst trifft, bricht die professionelle Fassade weg. Das zeigt uns etwas sehr Wahres: Trauer lässt sich nicht „managen“. Auch Fachwissen schützt nicht vor der Wucht des Verlustes.
Wut als Motor der Trauer
In „Totenfrau“ wird die Trauer zur Wut. Blum begibt sich auf einen Rachefeldzug. Natürlich ist das filmisch überspitzt, aber im Kern steckt eine wichtige Erkenntnis: Wut ist eine legitime, kraftvolle Emotion in der Trauer. Sie ist oft ein Schutzschild gegen die totale Hilflosigkeit. In der Begleitung erleben wir oft, dass Menschen sich für ihre Wut schämen – die Serie gibt diesem Gefühl eine Bühne, wenn auch in einer extremen Form.
Das Bild des Verstorbenen
Blum entdeckt nach dem Tod ihres Mannes Geheimnisse, die ihr Bild von ihm erschüttern. Auch das ist ein Thema, das in der Trauerbegleitung vorkommen kann: Wie verabschieden wir uns von jemandem, den wir vielleicht gar nicht so gut kannten, wie wir dachten?
Tipp:
Wer Lust auf eine ungeschminkte, wenn auch düstere Auseinandersetzung mit dem Thema Abschied und Gerechtigkeit hat, sollte einen Blick in die ARD Mediathek werfen. Dort sind ab heute sowohl die erste als auch die brandneue zweite Staffel werbefrei verfügbar. Hier geht es direkt zur ersten Folge von Staffel 1. Klick!
Mehr über mich und meine Angebote
Mehr über mich und meine Angebote zum Thema Krisen- und Trauerbegleitung und meine Bücher findest du unter trauerbegleiter.org. Dazu gehören auch Einzelcoachings, Online-Seminare und Seminar-Reisen. Für mein kostenfreies Newsletter-Magazin kannst du dich hier registrieren. Wenn du dich in einer schwierigen Lebenssituaion befindest, können dir manchmal ein paar Impulse auf deinem Weg in ruhigere Gefilde weiter helfen, den nächsten Schritt zu machen. Viele Hinweise findest du auf meiner Homepage unter „Impulse auf dem Weg“. Dann gibt es da noch den Podcast „Lebendig-Irgendwas geht immer“. Dort unterhalte ich mich mit Menschen, die im Bereich Krisen- und Trauer arbeiten oder selbst große Krisen und Verluste gemeistert haben. Und wenn du dich noch mehr zum Thema Krisen und Trauer informieren darüber möchtest, kannst du mal das Trauer-Radio einschalten. Neu hinzu gekommen sind die kostenfreien Gruppen bei WhatsApp, Telegram und Signal weiter unten. Hier gibt es Links zu Themen, die es nicht in meinen Newsletter oder auf meinen Blog geschafft haben, bzw. Nachrichten, wenn ich wieder etwas poste.
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