… aber ich habe all meinen Mut zusammen genommen und mich angemeldet.“, höre ich bei den Anmeldungen zu meinen Trauerseminaren öfter. Das verstehe ich sehr gut. Ich zum Beispiel mag Gruppen und trotzdem sind sie oft sehr anstrengend. Denn man weiß nie vorher, wer da so dabei ist, der unangenehm oder anstrengend sein könnte. Mein Interesse an den verschiedenen Menschen ist aber oftmals größer. Doch geht es in meinen Seminaren um die Trauer und wie man gut durch sie hindurchgehen kann und bestenfalls daran wächst.
Speziell in der Trauerzeit, nach dem Verlust eines geliebten Menschen, ist es anders. Da sind wir besonders verletzlich und weil unser Umfeld gerade das gewohnte Leben weiter führt, fühlen wir uns oft abgespalten und alleine gelassen. Alles ist ungewollt neu und fühlt sich ohne den Verstorbenen merkwürdig sinnlos an. Wir können uns nicht vorstellen, dass es irgendwann einmal wieder besser wird, auch wenn man es uns verspricht.
Die Teilnahme an einem Trauer-Seminar, wie meinem an der Ostsee in Graal-Müritz, deckt mehrere Möglichkeiten ab, sich mit der Trauer zurecht zu finden. Wir mischen die Zeiten in denen es Wichtiges im Umgang mit der Trauer zu erfahren gibt und wechseln dies mit Einheiten ab, in denen wir kreativ werden.
Keine Sorge, bei all den Dingen, die ich anbiete, ist keinerlei Talent erforderlich. Natürlich gibt es lange Pausen, die wir mit Teilnehmerinnen verbringen können, die uns sympathisch sind und die wir und deren Geschichte besser kennen lernen möchten. Oder wir ziehen uns alleine für ein paar Stunden ans Meer, in den Wald am Meer oder auf unser Zimmer zurück, um für uns zu sein und auf diese Weise Kraft für die Themen im Seminar zu tanken, die uns weiter bringen sollen und werden. Auch dafür ist Zeit genug, denn der ganze Nachmittag ist frei. Mitten im Seminar gibt es sogar einen ganzen freien Tag, an dem wir Gehörtes und Erlebtes verarbeiten und uns auf die nächsten Schritte vorbereiten können.
Das Gute ist, wir sind so wie selten, von Menschen umgeben, die gerade Ähnliches erleben und sich meistens ebenfalls nicht wie Gruppentypen fühlen. Wir sitzen also alle in einem Boot. Ich finde es nicht schlimm – ich finde es sogar sehr schön – wenn es uns gemeinsam gelingen kann, auch in schweren Zeiten Wege zu gehen, die trotz aller Schwere und Verlust, mit Tränen und Lachen begleitet werden, während wir uns neu erfahren und uns in einem geschützten Raum aufprobieren können, wenn wir wollen.
Manchmal ist auch die Sorge groß, andere zu sehr mit den eigenen Gefühlen und Erlebnissen zu zu belasten. Es stimmt. Unsere Erfahrung, die wir durch den Verlust eines geliebten Mensch mit anderen teilen, ist belastend. Uns selbst überfordert sie und die Geschichten der anderen kommen in einem Trauer-Seminar noch hinzu. Am ersten Abend des Seminars stellen wir uns vor und wir teilen diese Schwere. Und dann passiert das Wunderbare: Die Gruppe trägt. Mitgefühl breitet sich aus und alle, die dabei sind, fühlen sich nicht mehr so alleine. Wer vorher vor Anspannung seinen Atem angehalten hat, kann jetzt loslassen und ausatmen. Die Ohren und die Herzen öffnen sich und der durch das eigene Leid verengte Fokus kann sich wieder erweitern.
Oft gehen alle Teilnehmerinnen nach dem ersten Abend sehr müde zu Bett. Aber schon am nächsten Morgen beim gemeinsamen Frühstück merke ich, wie in der Nacht die ersten Verarbeitungen der Erlebnisse des Vorabends Früchte tragen und die Unterhaltungen beginnen. Natürlich fließen Tränen aber es wird auch gelacht. Oft wird die Gruppe als so angenehm empfunden, dass ich mit meinen Seminarinhalten fast störe. Für mich einer der schönsten Momente. Aber für den Austausch sind genügend Auszeiten und der freie Tag eingeplant und auch nach dem Seminar in Kontakt zu bleiben, ist ganz normal, wenn man es möchte.
Mehr über mich und meine Angebote
Mehr über mich und meine Angebote zum Thema Krisen- und Trauerbegleitung und meine Bücher findest du unter trauerbegleiter.org. Dazu gehören auch Einzelcoachings, Online-Seminare und Seminar-Reisen. Für mein kostenfreies Newsletter-Magazin kannst du dich hier registrieren. Wenn du dich in einer schwierigen Lebenssituaion befindest, können dir manchmal ein paar Impulse auf deinem Weg in ruhigere Gefilde weiter helfen, den nächsten Schritt zu machen. Viele Hinweise findest du auf meiner Homepage unter „Impulse auf dem Weg“. Dann gibt es da noch den Podcast „Lebendig-Irgendwas geht immer“. Dort unterhalte ich mich mit Menschen, die im Bereich Krisen- und Trauer arbeiten oder selbst große Krisen und Verluste gemeistert haben. Und wenn du dich noch mehr zum Thema Krisen und Trauer informieren darüber möchtest, kannst du mal das Trauer-Radio einschalten.
Hier kannst du die PDF für die Traumreise „Ich bin glücklich“ herunterladen, die du dir hier direkt anhören kannst. Verschiedene Traumreisen gibt es in meinen Büchern und Seminaren.
