„Wie aus Trauer Liebe und Dankbarkeit wird“ von Iris Willecke

Ein neues Buch!

Viele von euch haben es mitbekommen: Iris Willecke hat ein neues Buch geschrieben und nun ist „Wie aus Trauer Liebe und Dankbarkeit wird“ im Buchhandel zu kaufen. Gerade heute habe ich ihr geschrieben, wie sehr es mir geholfen hätte, wenn es dieses Buch schon damals, als ich meinen Partner durch Krebs verloren habe, gegeben hätte. Ihre Antwort: „Ja, genau das Buch hat mir persönlich in meiner Trauerzeit auch gefehlt, daher musste ich es einfach schreiben.“ 

Sich der Trauer annähern

Aus meiner Sicht ist das Buch eine wertvolle Hilfe, sich der eigenen Trauer anzunähern. Das ist oft sehr schwer und schmerzhaft. Daher ist es gut, wenn wir dabei behutsam und in kleinen Schritten an die Hand genommen werden. Iris gelingt das wirklich in einer angemessenen Dosierung, ganz pragmatisch und leicht umsetzbar, damit es funktionieren kann. Dabei sind die Vorschläge, Erklärungen und Hinweise so verschieden, dass jede und jeder etwas finden kann, was mindestens den nächsten Schritt erleichtert und einen Ausblick auf den nächsten Abschnitt des Weges ermöglicht.

Für wen ist es geeignet?

Aus meiner Sicht ist dieses Buch eine sehr gute Unterstützung für alle, die gerne etwas tun möchten, wenn die nächste Trauerwelle über sie hereinbricht. Oft reagieren wir dann sehr hilflos, weil diese Gefühle so stark und ungewohnt sind, dass wir uns ihnen völlig ausgeliefert fühlen und in der Handlungsunfähigkeit verhaftet bleiben. Etwas tun zu können, ist für uns in dieser Situation schwer vorstellbar. Diese Sichtweise zu verändern, ist das erklärte Ziel und es hilft dabei, sich die Trauer zur Freundin zu machen, die ein wichtiger Indikator sein kann, wenn wir nicht genügend auf unsere Bedürfnisse achten. 

Was kann dieses Buch?

Menschen, die bisher das Schreiben nicht als Maßnahme zur Psychohygiene genutzt haben, können sich unter dem Begriff „Schreib-Impulse“ wenig vorstellen. Schnell rücken Assoziationen aus der Schule in den Vordergrund. Spätestens dann spielt die Fantasie nicht mehr mit, denn diese beiden Welten (Trauer und Schule) im Zusammenhang zu sehen, passt natürlich nicht. Mag sich der hoffnungsvolle Gedanke auf einen selbstbewussteren Umgang mit unserer Trauer einfach nicht einstellen, kann eine professionelle Anleitung helfen. Aus diesem Grund hat Iris Willecke ihre persönliche und berufliche Erfahrung in diesem Buch durch kleine aber wirkungsvolle Aufgaben auf den Punkt gebracht. So wird es möglich, die Übungen zu verstehen und sich ihnen anzunähern. Wenn dieser Schritt fehlt, lehnen wir Möglichkeiten, die uns eigentlich helfen könnten, sehr schnell ab oder wir ignorieren sie komplett. Kleine Abschnitte, die auch gut für ein von „Trauerdemenz“ gebeuteltes Gehirn“ zu verarbeiten sind, helfen uns bei der Bewältigung der Ausnahme-Situation, in der wir uns durch den Tod eines geliebten Menschen befinden. Dadurch, dass die Übungen sehr übersichtlich und gut machbar sind, fallen sie uns nicht schwer. Tauchen Widerstände auf, wird auch darauf eingegangen.

Schreiben hilft!

Den Gefühlen Ausdruck zu verleihen, entlastet die Seele. Nirgendwo sonst, wie auf neutralem Papier, können wir unser Innerstes nach außen kehren, ohne andere zu belasten oder darunter zu leiden, dass nur wenige Menschen im Umfeld verstehen können, was wir kurz-, mittel- und langfristig durchleben. Oft handelt es sich um unseren ersten großen Verlust und wir kennen uns mit den Themen Tod und Trauer wenig bis gar nicht aus. Daher wissen wir oft selbst nicht, was wir brauchen. Iris zeigt uns, wie wir uns ganz leicht den schwersten Themen annähern und mehr über uns und unseren Zustand erfahren können. Es ist oft erstaunlich, welche Worte sich vor uns entfalten und teilweise echte Offenbarungen für uns sein können, wenn wir das Wagnis eingehen. Sie sind wichtige Hinweise für unseren Weg durch die Trauer. Iris erklärt uns, was Trauer eigentlich ist und dass wir durch sie hindurch müssen, da es keine Abkürzung gibt. Jedenfalls haben wir noch keine gefunden, sonst hätten wir sie vermutlich genommen. Denn Trauer tut weh und bedeutet viel Arbeit, die schwer ist, die wir nicht immer verstehen und die wir auch nicht gerne tun. Das Buch hilft dabei, Schweres zu be- und verarbeiten. Sich selbst in verunsichernden Lebensabschnitten besser zu verstehen, kann auch für das Leben danach ein Geschenk sein.

Mein Lieblings-Schreib-Impuls

Ich mag sehr viele von Iris Schreib-Impulsen, die ich hier natürlich nicht alle aufzählen kann. Daher verrate ich euch den, der mich am stärksten berührt hat. Denn nicht zu wissen, wie es dem geliebten Menschen, der verstorben ist, geht, ist etwas, das mich in meiner Trauerzeit fast am meisten mitgenommen hat. Mir hätte damals Iris´Vorschlag enorm weiter geholfen. Denn sie rät, einen Brief an eine höhere Instanz (je nach Glauben und Vorstellung) mit der Bitte zu schreiben, den geliebten Menschen gut zu behüten. Viele ihrer Übungen aus dem Buch haben mich sofort überzeugt – schließlich bin ich selbst Betroffene und arbeite als Trauerbegleiterin – aber speziell bei diesem Schreib-Impuls habe ich mich sofort entlastet gefühlt, was für mich unglaublich wertvoll ist. 

„Wie aus Trauer Liebe und Dankbarkeit wird“ von Iris Willecke ist im September 2021 beim Humboldt-Verlag erschienen und kann im Buchhandel für 19,99 € erworben werden.