5 Impulse für Trauernde – Frühling der Sinne – Ostermontag: Reganbogen (schmecken): Ostermontag ist leiser als der Sonntag und der Abschluss des Osterspezials. Schön, dass du mitgemacht hast.
Während der Ostersonntag oft für Aufbruch, Bewegung und erste Schritte nach draußen steht, trägt der Ostermontag eine andere Qualität in sich: das Nachwirken, das Integrieren, das sanfte Weitergehen.
In der christlichen Tradition erinnert dieser Tag unter anderem an den Weg nach Emmaus – die Geschichte von zwei Menschen, die nach den Ereignissen rund um den Tod Jesu Jerusalem verlassen. Sie sind zu Fuß unterwegs, sprechen miteinander über das, was geschehen ist, und sind dabei tief in ihrer Trauer, Verwirrung und Enttäuschung.
Während sie gehen, schließt sich ihnen ein Fremder an – ohne dass sie erkennen, wer er ist. Es ist Jesus selbst. Er geht ein Stück ihres Weges mit ihnen, hört ihnen zu, stellt Fragen und lässt sie erzählen, was sie bewegt.
Erst später, als sie gemeinsam innehalten und das Brot miteinander teilen, erkennen sie ihn – rückblickend begreifen sie, dass sie auf diesem Weg nicht allein waren.
Diese Geschichte erzählt nicht von einem plötzlichen Wunder, sondern von einem langsamen Verstehen: von einem Weg, auf dem Trauer Raum hat, auf dem Gespräche entstehen und auf dem sich Schritt für Schritt etwas verändert – oft, ohne dass wir es sofort merken.
Auch unabhängig von religiösen Bildern lässt sich dieser Tag gut verstehen: Nach einem Impuls der Bewegung braucht es einen Raum, in dem sich Erfahrungen setzen dürfen. Der Frühling zeigt uns das auf seine eigene Weise – nicht alles bricht gleichzeitig hervor. Manche Knospen öffnen sich sofort, andere brauchen Zeit.
Gerade in der Trauer ist dieser Rhythmus spürbar. Es gibt Momente, in denen du dich hinauswagst, etwas spürst, vielleicht sogar ein kleines Stück Lebendigkeit. Und dann folgen wieder ruhigere Phasen, in denen alles nachklingt.
Ostermontag lädt dich ein, genau diesem Wechsel zu vertrauen:
zwischen Bewegung und Ruhe, zwischen Aufbruch und Innehalten, zwischen dem, was war, und dem, was langsam wieder entstehen darf.
Du musst heute nichts erzwingen.
Es reicht, da zu sein, wahrzunehmen – und dem, was sich zeigt, Raum zu geben.
Gerade der Ostermontag kann auch eine Einladung sein, die Welt über die Sinne neu zu entdecken – besonders über Farben. Nach den eher stillen, inneren Bewegungen rückt heute vielleicht etwas anderes in den Vordergrund: das Wahrnehmen von Nuancen, von Übergängen, von dem, was zwischen den Polen liegt.
Ein Regenbogen entsteht nicht aus einer einzigen Farbe, sondern aus dem Zusammenspiel vieler. Ähnlich kann auch Trauer sein: nicht nur schwer oder dunkel, sondern durchzogen von Momenten, die anders schmecken, anders klingen, anders wirken.
Vielleicht ist heute ein Tag, an dem du dich fragst:
Wie würde ein Regenbogen für mich schmecken?
Welche Farbe zieht mich gerade an – und warum?
„Nicht jeder Schritt muss nach vorne führen.
Manche führen tiefer zu dir selbst.“
VerfasserIn unbekannt
Atemübung
Setze oder stelle dich an einen ruhigen Ort – draußen oder am offenen Fenster.
Lege eine Hand auf deinen Bauch und eine auf dein Herz.
Atme langsam die Farben des Regenbogens ein und spüre, wie sich dein Körper sanft hebt.
Atme langsam aus und lass die Schultern sinken.
Beim Einatmen kannst du innerlich sagen: Ich nehme wahr.
Beim Ausatmen: Ich lasse geschehen.
Bleibe für einige Minuten bei diesem Rhythmus.
Wenn Gedanken oder Gefühle kommen, müssen sie nicht verändert werden.
Du nimmst sie einfach wahr – wie vorbeiziehende Wolken.
Ziel: einen Zustand von innerer Ruhe finden, ohne etwas leisten zu müssen, und dir selbst in deiner Trauer freundlich zu begegnen.
Kreativer Impuls
Farben fühlen – den eigenen Regenbogen entdecken
Heute geht es weniger um Formen und mehr um Wahrnehmung.
Nimm dir Farben – Stifte, Wasserfarben oder was du da hast – und folge deiner Intuition:
Welche Farben passen heute zu dir?
Du kannst sie nebeneinander setzen, ineinander verlaufen lassen oder einfach Schicht für Schicht auftragen.
Versuche dabei, die Farben nicht nur zu sehen, sondern innerlich zu spüren:
Fühlt sich eine Farbe warm an? Kühl? Leicht? Schwer?
Optional:
Stell dir vor, dein heutiger Zustand wäre ein Regenbogen.
Wie würde er aussehen – und vielleicht sogar schmecken?
Es geht nicht um „schön“, sondern um ehrlich.
Als Hilfe und Inspiration kannst du meinen Blogpost über das Intuitive Malen lesen: Klick!
Kleiner Schreibimpuls für dein Tagebuch
Was wirkt heute noch in mir nach?
Welche Momente vom gestrigen Tag sind geblieben?
Gab es einen Augenblick von Ruhe, Verbindung oder einem kleinen Aufatmen?
Wie fühlt sich mein Tempo heute an – eher langsam, suchend, still?
Kann ich mir erlauben, genau in diesem Rhythmus zu bleiben, ohne etwas verändern zu müssen?
Welche Farben haben mich heute begleitet?
Gab es eine Farbe, die sich besonders stimmig oder tröstlich angefühlt hat?
Hinweis für dein Journal
Wenn du dein Tagebuch weiterführst, kannst du heute bewusst mit weniger arbeiten:
weniger Worte, mehr Raum. Vielleicht nur ein Satz. Vielleicht nur ein Bild. Auch das ist Teil des Weges.
Hier geht es zum Einführungs-Beitrag für den Frühling der Sinne – 5 Impulse für Trauernde, denn dort, ganz unten im Beitrag, findest du 9 Bildvorschläge zum Download für dein Tagebuch. Du könntest ein Schulheft oder ein Journal benutzen, dort die Bilder aus meinen Vorschlägen oder Bilder, die dir passend erscheinen, auf der linken Seite einkleben und auf der rechten Seite schreiben: Klick! Du kannst natürlich auch etwas selbst malen.
Mehr über mich und meine Angebote
Mehr über mich und meine Angebote zum Thema Krisen- und Trauerbegleitung und meine Bücher findest du unter trauerbegleiter.org. Dazu gehören auch Einzelcoachings, Online-Seminare und Seminar-Reisen. Für mein kostenfreies Newsletter-Magazin kannst du dich hier registrieren. Wenn du dich in einer schwierigen Lebenssituaion befindest, können dir manchmal ein paar Impulse auf deinem Weg in ruhigere Gefilde weiter helfen, den nächsten Schritt zu machen. Viele Hinweise findest du auf meiner Homepage unter „Impulse auf dem Weg“. Dann gibt es da noch den Podcast „Lebendig-Irgendwas geht immer“. Dort unterhalte ich mich mit Menschen, die im Bereich Krisen- und Trauer arbeiten oder selbst große Krisen und Verluste gemeistert haben. Und wenn du dich noch mehr zum Thema Krisen und Trauer informieren darüber möchtest, kannst du mal das Trauer-Radio einschalten. Neu hinzu gekommen sind die kostenfreien Gruppen bei WhatsApp, Telegram und Signal weiter unten. Hier gibt es Links zu Themen, die es nicht in meinen Newsletter oder auf meinen Blog geschafft haben, bzw. Nachrichten, wenn ich wieder etwas poste.
Hier kannst du die PDF für die Traumreise „Ich bin glücklich“ herunterladen, die du dir hier direkt anhören kannst. Verschiedene Traumreisen gibt es in meinen Büchern und Seminaren.

