Website-Icon Krisen- und Trauerbegleiterin

Außergewöhnlich: 5 Trauerschwäne mit Origami-Technik in einfachen Schritten

Trauerschwäne mit Origami-Technik auf Trauerkranz-Schleifen
  1. Die Zeit nach der Beerdigung
  2. Ausprobieren, was möglich ist
  3. Trauerschwäne mit Origami-Technik
  4. Die Liebe geht weiter
  5. Die Falttechnik
  6. Buchempfehlung
  7. Der schwarze Schwan ist das Symbol einer neuen Zeit

Die Zeit nach der Beerdigung

Der Tod eines geliebten Menschen bringt uns sehr an unsere Grenzen. Ganz zu Anfang stehen wir noch unter Schock. Wir selbst und unser Umfeld sind mit dem Verlust überfordert. Sind wir nur peripher davon betroffen, gelingt es uns meist nach kurzem Innehalten, den Alltag wieder aufzunehmen. Direkt Betroffene befinden sich in einer ganz anderen Situation. Ihr Leben soll auch weiter gehen, nur ist das Wie noch unklar. Dieses „Wie“ hat unzählige verschiedene Facetten und besteht zudem aus unterschiedlichen Phasen. Heute möchte ich mich auf die Zeit nach der Beerdigung konzentrieren, denn unser gesamtes System läuft auch noch nach der Beerdigung Sturm und während es den anderen gelingt, einfach weiter zu machen, sitzen akut Trauernde inmitten ihres Gefühlschaos und sind gleichzeitig wie gelähmt. Nichts scheint mehr Sinn und Freude zu machen. Körper, Geist und Seele sind damit hochgradig beschäftigt, die neue Situation zu verkraften. Niemand, der dies nicht erlebt hat, hat auch nur im Entferntesten eine Vorstellung davon, wie sich das anfühlen und welche Folgen das haben kann.

Ausprobieren, was möglich ist

Innerlich fühlen wir uns eingefroren, während sich gleichzeitig alles natürlich noch immer um unseren geliebten Menschen dreht. Unsicherheit macht sich breit, inwiefern das „richtig“ ist und was wir stattdessen möglicherweise tun, denken und fühlen sollten. Was immer auch als richtig oder falsch bezeichnet wird, es bleibt uns einfach nur das zu tun, wozu wir in der Lage sind. Gerade weil die Trauer so schwer ist und gleichzeitig so viele Dinge zu erledigen sind, bleibt oft wenig Kraft, damit wir uns um uns selbst kümmern können. Daher gilt es, nach kleinen Dingen Ausschau zu halten, die überschaubar sind und die uns das Gefühl vermitteln, dass wir uns mit unserem geliebten Menschen und dessen Verlust beschäftigen.

Trauerschwäne mit Origami-Technik

In meinem letzten Seminar hat Franka ihre selbst gefalteten Trauerschwäne dabei gehabt. Ihre Schwester, die ganz allgemein sehr viel mit Origami arbeitet, hat sie darauf gebracht und so hat sie sie den anderen Teilnehmerinnen und mir mitgebracht, damit auch andere diese Technik für sich ausprobieren können. Mein Anliegen ist es, Möglichkeiten vorzuschlagen, die uns helfen, unser Schicksal mit den eigenen Händen zu begreifen. Hier findest du noch andere Anregungen für kreative Erinnerungsarbeit. Frankas Umgang mit dieser außergewöhnlichen aber simplen Technik damit, passt sozusagen voll ins Programm und sie sagt, ihr habe es ein wenig geholfen. Ganz oben könnt ihr sehen, wo einige der über 50 Trauerschwäne, die sie immer wieder gefaltet hat, ihren Platz gefunden haben, denn sie hat die Schleifen der Trauerkränze mit nach Hause genommen, um sie aufzubewahren.

Die Liebe geht weiter

Die Zeit wird zeigen, dass Trauer sich verändert. Anfangs ist sie ein ständiger Begleiter und variiert darin, wie stark ihre Wellen über uns kommen. Später wird es auch Phasen geben, in denen wir uns für Momente ganz frei von ihr fühlen und fast erschrecken, wenn wir es bemerken und manchmal fast ein schlechtes Gewissen deswegen haben. Doch keine Sorge, denn für einen Augenblick wieder einmal frei und unbeschwert atmen zu können, bedeutet nicht, dass wir aufhören zu lieben. So werden immer wieder Zeiten kommen, in denen uns die Trauer erneut besuchen kommt. Ein guter Augenblick, den einen oder anderen Trauerschwan zu falten. Mit der Zeit können sie auch bunter werden.

Die Falttechnik

Geübte Menschen, die sich schon länger mit Origami beschäftigen, wissen, dass es dafür extra vorgefertigtes Papier gibt. Zu beziehen in Bastelläden oder im Internet.

Gefaltet wird so ein Trauerschwan wie anschließend dargestellt:

Oder noch leichter nachzuvollziehen mit dieser einfachen Anleitung auf YouTube:

Buchempfehlung

Das Buch von Michèle Saint-Michel „Grief is an Origami Swan. An Art Book about Grief“ gibt es leider nur auf Englisch. Der Titel übersetzt: Trauer ist ein Origami-Schwan. Ein Kunstbuch über Trauer. Es ist wunderschön gestaltet und gibt Anregungen und auch Trost. Es ist im Buchhandel erhältlich.

Michèle Saint-Michel
Grief is an Origami Swan

Der schwarze Schwan ist das Symbol einer neuen Zeit

5 Trauerschwäne mit Origami-Technik

Zitate

Grief is an Origami Swan. And it won’t make any sense, so you fold an origami swan.

Trauer ist ein Origami-Schwan. Und es wird keinen Sinn ergeben, also faltest du einen Origami-Schwan.

Michèle Saint-Michel

Der schwarze Schwan steht für den Widerspruch zur eben noch bestehenden Wirklichkeit. Er verkörpert das Undenkbare, das wir dennoch denken müssen. Der schwarze Schwan ist das Symbol, in einer neuen Zeit, in der die alten Wahrscheinlichkeiten nicht mehr gelten.

Karl Popper
Die mobile Version verlassen